Herzlich Willkommen bei der Oldendorfer Mühle - Handwerksmühle seit 1886

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Die Wandmalerei im Turbinenhaus

Direkt an der Luhe liegt die Wassermühle – eine der größten Mühlen des Kreises Lüneburg – im Süden Oldendorfs, nördlich der Einmündung der Lopau in die Luhe. Bei der Mühle zweigt ein Laufgraben nach Norden parallel zur Luhe ab, den eine Brücke und eine Wehr kreuzen. Über die Luhe führt eine weitere Brücke, welche die  Zufahrt zum Wohnhaus und den landwirtschaftlichen Gebäuden eröffnet.

Das Baujahr der Mühle liegt wohl im 14.Jahrhundert, vielleicht auch früher. Die Erste gesicherte Erwähnung war 1511. Der Ankauf der Mühle durch die Kirche von Amelinghausen, welche jahrhundertelang Obereigentümerin blieb. Seit 1802 bestand der Erbzinsstatus. 1856 kaufte der Müller Georg Carsten Wüsthoff, der seit 1852 Pächter war, die Wassermühle von der Kirche in Amelinghausen los.
1871 richtete er die Sägemühle ein, und 1874 wurde das alte Mühlengebäude abgerissen und ein modernes gebaut.

1883 übernahm der Sohn und Nachfolger von Georg Carsten Wüsthoff die Mühle, starb aber schon 1885. Bereits seit 1883 leitete Johann August Müller (1847-1930), Urgroßvater des heutigen Besitzers Andreas Engel, die Mühle. Am 25.06.1886 heirate Johann August Müller die Mühlenerbin, Witwe Anna Catharina Wüsthoff (1858-1940). Im weiteren Verlauf fanden mehrfache Vergrößerungen und Umbauten der Mühle statt. Die Landwirtschaft, darunter Schweinehaltung, wurde weiter intensiviert. Außerdem wurden neun Wohnhäuser errichtet.

1919 wurde der Besitz durch Gustav Wilhelm August Müller (1887-1950), den Großvater des heutigen Mühleneigentümers Andreas Engel übernommen. Der ersetzte 1921 die Wasserräder durch zwei moderne Turbinen, von denen eine das Sägewerk antrieb und für elektrischen Strom sorgte, die große Francisturbine trieb das Mahlwerk an. 1925 wurde ein weiterer moderner Neubau der Mühle vorgenommen. Ein fünfeckiges Mühlenhaus mit Spitzdach wurde errichtet. Vier Doppelwalzenstühle wurden eingerichtet und weitere Modernisierungen vorgenommen.

1951 übernahm Otto Engel (geb. 14.04.1919) die Mühle und heiratete am 12. April 1951 die Erbin Else Müller (1922-1994), eine der ersten weiblichen Müllergesellen Deutschlands. Am 8. Oktober 1974 wurde durch einen Brand das fünfeckige Mühlenhauses total zerstört. Dadurch folgte eine Neueinrichtung der Mühle im Speichergebäude neben dem abgebrannten Mühlenhaus.

1991 hat der Müllermeister und Landwirt Andreas Engel (geb. 14.06.1960), den Sohn von Else und Otto Engel die Mühle übernommen. Andreas Engel hat die Mühle zu einem vollautomatisierten Betrieb mit elektronischer Steuerung ausgebaut, und führt beständig Modernisierungen durch. Die Hauptaufgabe  der  Mühle besteht  in der  Erzeugung hochwertiger Vollkorn- und Spezialprodukte. Daneben wurde die Schweinemast nach NEULAND-Kriterien ausgebaut.

Historisch erwähnenswert bleibt der Bau eines stattlichen Wohnhauses im Jahre 1588 durch den damaligen Mühlenpächter. Während des Dreißigjährigen Krieges 1627 bezog der kaiserlich-katholische Feldherr Tilly (1559-1632) auf seinem Zuge gegen König Christian IV: von Dänemark (1577-1648) hier sein Hauptquartier. Die Inschrift eines Querbalkens “DE : HERE : BEWARE : DINEN : INGANK : VNDE : VTHGANK : VAN : NV : AN : BETH : IN : EWIGHEIT : ANNO : CHRI : 1588.“ ist in einem der zum Mühlenhof gehörigen Häuser, dem Tillyhaus, angebracht. Leider wurde das schöne Wohnhaus von 1588 kurz vor oder nach 1894 abgebrochen. Die Giebelseite dieses Hauses besaß geschnitzte Balkenköpfe und ein Relief, welches das zweiteilige Einfahrtstor umrahmte: Ein Riesenaal schlang seinen Leib von der Türschwelle an beiden Seitenpfeilern empor und bildete aus Kopf und Schwanz oberhalb des Tors eine Art Lyra. Dieser ornamentale Fisch mochte die Naturkraft des Luhewassers symbolisieren, das der Mühle, der Landwirtschaft und dem Fischfang die Existenz elementar ermöglichte.

Quellen und Literatur: Hannover, Staatsarchiv: Akten OPO; Manecke 1858 1, S.282; Freudenthal 1894; darin: Kapitel VII. Wohlenbüttel und die Lopaumündung. Oldendorf a. d. L. Das Tillyhaus und die Hünenbetten, S.46-50 mit Abbildung des Tillyhauses der Oldendorfer Mühle S.48; Borstelmann 1933, S.40-41; Kleeberg 1964, S.249; Culemann 1970, S.48-49; Grottian 1999, S,57; Landkreis Lüneburg 1981, S.42-44, 120/121 (Amelinghausen), 96 (Oldendorf/Luhe sowie Wohlenbüttel), 104-106,144/145 oben (Soderstorf); Dehio Bremen / Niedersachsen 1992, S.131 (Amelinghausen);, Lüneburger Heide 1998 (Reiseführer), S.28-29 (Amelinghausen, Marxener Paradies, Nekropole Soderstorf, Oldendorfer Totenstadt). Alte Mühlen Neu entdeckt, Christians S.86-87.


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