Immer wieder ist in der Presse vom Mutterkorn und den Vergiftungen, die durch diesen Pilz entstehen, zu lesen. Mutterkorn ist ein Getreidepilz, der hauptsächlich im Roggen vorkommt und wie andere Nahrungsgifte (Nicotin, Coffein) in hoher Dosis sogar tödlich ist. In der Getreideähre befinden sich gebogene, lange schwarze Körner, die mit dem normalen Getreide gedroschen werden und so ins Mehl gelangen können, wenn sie nicht, wie es in der Oldendorfer Mühle mit modernster Technik möglich ist, herausgereinigt werden. Das Mutterkorn wurde für die Medizin entdeckt und wird dort seit Jahren in geringen Dosen eingesetzt.
Die Problematik Mutterkorn im Getreide – speziell im Roggen – ist so alt wie das Getreide selbst. Es gibt viele gute Möglichkeiten das Getreide zu reinigen. Wir selber machen dieses – dem Verbraucher verpflichtet - seit 10 Jahren u. a. mit der teuersten, aber effektivsten Methode: per Fotoauslese! Der Roggen wird an einer Kamera vorbei geführt und diese sortiert alle dunklen Teile einzeln per Luftdruck heraus. So garantieren wir einen Reinheitsgrad des zu vermahlenden Getreide, der weit besser ist als die gesetzlichen Forderungen.
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Landwirten in der Region ist eine Verringerung des Auftretens von Mutterkorn im Voraus weitgehend möglich. Hier wird zum Beispiel auf die Sortenwahl und die Vermeidung von Anbaufehlern Wert gelegt.
Es gibt daher aus unserer Sicht keine Veranlassung, die Verzehrgewohnheiten zu ändern. Im Gegenteil ist es aus ernährungswissenschaftlicher Sicht zu empfehlen, Roggenprodukte in die tägliche Ernährung einzubauen, weil Roggen den höchsten Gehalt an verdauungsfördernden Ballast- und bioaktiven Inhaltsstoffen besitzt. Zudem kann der Verbraucher damit Gesundheit und Geschmack verbinden, denn Roggen trägt entscheidend zur Vielfalt und Qualität unseres weltweit einmaligen Brot- und Backwarenangebotes bei.
Die Arbeitsweise des Fotoauslesers

Die optoelektronische Sortierung basiert auf dem Reflektionsmessungs-Prinzip von Produktoberflächen und besteht aus vier Grundkomponenten: Das Speisesystem steuert die Leistung und ordnet das Getreide in einzeln nebeneinander liegenden Körnern, mittels einer Vibrationsrinne, zu einem fallenden Kornschleier, der dem Inspektionssystem präsentiert wird. Dieses besteht aus einer Lichtschleuse und einer CCD-Hochgeschwindigkeitkamera. Die CCD-Hochgeschwindigkeitskamera erfasst den beleuchteten Kornschleier und erkennt durch Messung der Oberflächenreflektionen vor einem Hintergrund helle Körner = gutes Produkt und dunkle Körner = schlechtes Produkt. Die Signale werden der Signalverarbeitung zugeleitet, die diese auswertet und das Ergebnis als Steuerbefehl an das Trennsystem gibt. Hier erfolgt dann die mechanische Trennung zwischen hellem und dunklem Korn mittels einer Leiste kleiner, dicht nebeneinander angeordneter schneller Druckluftdüsen, die mit einem kurzen Luftstoß das dunkle Korn aus seiner Fallrichtung soweit ablenkt, dass es in einen separaten Auffangbehälter fällt.
Von diesen Fotoauslesern sind in ganz Deutschland nur wenige Geräte im Einsatz. Der allererste davon arbeitet täglich bei uns in der Oldendorfer Mühle und entspricht noch heute dem neuesten Stand der Technik.

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